| Notater |
- begann seine Laufbahn im Dienste des Welfenhauses als Hofjunker bei der Prinzessin Sophie Dorothea („Prinzessin von Ahlden“) und wirkte, nach kurzen diplomatischen Missionen in Dänemark und Schweden (1683–1684), seit 1685 als Vertreter des Hauses Braunschweig am Berliner, seit 1690 am Wiener Hofe. Als Gesandter im Haag 1696-98 nahm er am Friedenskongreß zu Rijswijck teil. Weitere Missionen: 1698 in Paris und Berlin, 1699 in Wien, 1700-1711 abermals im Haag, wo er mehr und mehr zum Hauptträger der Bemühungen um die hannoverische Sukzession in England wurde. Er ging zu diesem|Zweck 1711 nach London. Seiner Umsicht und ausgleichenden Geschicklichkeit ist es in erster Linie zu verdanken, daß die Krise der Thronfolge bei dem Dynastiewechsel in England überwunden wurde und Georg I. ohne Zwischenfälle zur englischen Krone gelangte. Als einer seiner ersten Ratgeber behauptete sich B. in England auch nach der Zurückdrängung der „Hanoverian Junta“ (Bernstorff 1720!) und wirkte bis zu seinem Tode besonders in der Leitung der hannoverischen Angelegenheiten. - Die geschichtliche Bedeutung B.s liegt in seiner Rolle für die hannoverische Thronfolge in England. Er war ein Diplomat mit weitem Blick, eine schmiegsame und kultivierte Persönlichkeit, ein zuverlässiger und fleißiger Diener seines Herrn und einer der wenigen unter ihnen, die den Übergang aus der kleinstaatlichen Enge des Heimatlandes zu den größeren Verhältnissen des britischen Reiches vollziehen konnten.
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